Gastarbeiter aus der Ferne

Sie haben es nicht leicht, die Briten, gleichgültig, ob sie nun seinerzeit für den Austritt des Landes aus der Europäischen Union gestimmt haben oder für den Verbleib in der Union. Sie sind mit einer Regierung geschlagen, die – so scheint es – gar nichts zustande bringt. Sie schafft es weder, im Parlament eine Mehrheit für den geregelten Abschied von den europäischen Partnern zu erhalten,  noch kann sie sich dazu durchringen, völlig und vertragslos aus der Gemeinschaft hinauszustürmen. Sie traut sich nicht, das Volks noch einmal zu fragen.

Einer der wesentlichen Punkte in der Propaganda der “Leavers” wie Nigel Farage und Boris Johnson war ja, dass man all diese lästigen Ausländer nicht mehr hereinlassen will ins große Britannien. Das eigene Land wieder zurückzubekommen, schien das hehrste Ziel dieser Leute zu sein.

Nun klagt der staatliche Gesundheitsdienst NHS, das größte Sorgenkind jeder britischen Regierung, es fehle massiv am Pflegepersonal. Das NHS beschäftigt rund 1,3 Millionen Menschen, rund 100.000 Posten sind derzeit nicht besetzt. Um wenigstens einen Teil dieser Posten zu füllen, will man bis 2024 jedes Jahr 5000 Ausländer anstellen. Die sollen vor allem von den Philippinen, aus Indien, Irland und Australien kommen. Weil ihnen der Import von Arbeitskräften aus Osteuropa nicht geheuer war, treten die Briten aus der EU aus. Jetzt holt man Personal aus den ehemaligen Kolonien und aus Fernost. Also, die spinnen, die . . ., oder?

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